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Fahrt nach Angkor - Teil II

Kompong Thom ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks. Wir fuhren eine Tankstelle an, die Tanks unserer Hondas waren mit rd. 10 Litern Fassungsvermögen nicht gerade üppig ausgefallen. Ansonsten wollten wir uns allerdings beeilen, um noch vor Sonnenuntergang Siem Reap zu erreichen. Deswegen beschlossen wir, die Stadt "links liegen zu lassen" und fuhren gleich weiter. Kurz nach der Stadt hörte dann der Asphaltteil auf und ging abrupt über in eine Schotter- bzw. Sandpiste. Da es nicht geregnet hatte, war die Straße zunächst noch gut befahrbar, wenngleich wir auch unsere Geschwindigkeit reduzieren mußten.

Nach ein paar weiteren Kilometern wurde die Fahrbahn jedoch zusehends schlechter. Immer mehr Schlaglöcher sorgten dafür, dass die Fahrt eine "Ausweichpartie" wurde. Die Schlaglöcher wurden immer tiefer und mit unseren "kleinen" 250er trauten wir uns nicht diese "einfach zu nehmen". Letztlich wollten wir auch nicht riskieren, dass die Maschinen einen Schaden abbekommen. Zwei andere Motorradfahrer, die uns entgegenkamen, kannten "kein Erbarmen": ohne anzuhalten donnerten sie mit voller Fahrt jedes Schlagloch frontal nehmend an uns vorbei. Na ja, dachten wir, die hatten auch sichtbar größere Maschinen, vielleicht war es mit denen kein Problem, einfach so "durchzubraken".

Wir "murksten" mit den Kisten schon einiges herum. Die andauernden großen und kleinen Schlaglöcher zeigten auf Dauer auch Effekt: man wird permanent durchgeschüttelt und langsam aber sicher bekamen wir einen "Föhn" und man hörte in immer kürzeren Abständen 2 Endurofahrer Sch... rufen!

Eine Wohltat war das Fahren im Stehen, wobei es mehr eine gebückte Haltung war, da wir die Rucksäcke auf dem Rücken trugen. Mit den Knien kann man ja wunderbar die Schlaglöcher abfedern, auf Dauer war das aber auch nichts. Nun ja, half nix, da mußten wir durch.

Schon recht mitgenommen legten wir an einem Straßenrestaurant ca. 80 Kilometer vor Siem Reap einen erneuten Stop ein. Es war schon später Nachmittag und so anmählich machten wir uns Sorgen, dass wir es vor Sonnenuntergang nicht mehr bis zu unserem Ziel schaffen würden.

Zu unserer Überraschung sprach einer der zu dem Restaurant gehörenden Leute ein bischen Englisch. Wir fragten ihn, wie lange wir wohl noch bis Siem Reap brauchen würden. So ca. 4 bis 5 Stunden meinte er. Wir mußten ob seiner Antwort wohl einigermaßen blöd aus der Wäsche geguckt haben, denn er fügte sofort an, dass die Straße noch schlechter werden würde.

Na ja, gut dass wir Urlaub hatten und noch genug Zeit blieb. Wir waren an keinen Termin gebunden und ein bischen hofften wir, dass wir schneller fahren konnten, als Tim (so hieß er, bzw. so wollte er genannt werden) es erwarten würde. In seinem Restaurant haben wir zumindest seit Phnom Penh die erste eiskalte Cola wieder bekommen und genossen diese Schluck für Schluck. Ok, die Luft war noch immer heiß, unsere Kehlen ausgetrocknet: nach der ersten Flasche haben wir gleich die zweite leer gemacht.

Für die Kinder waren wir die absolute Attraktion. Nach einer Weile verloren Sie auch durch Zureden der Erwachsenen ihre Scheu vor den unbekannten, merkwürdig aussehenden Männern und tanzten lachend zwischen uns und unseren Maschinen umher.


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