Fahrt nach Angkor - Teil III
Mit lautem Rufen und Winken wurden wir verabschiedet.
Kurz danach passierten wir eine Brücke, von der aus man einen kilometerlangen Blick über
die Hauptstraße hatte. Uns fiel regelrecht die Kinnlade runter: die Strecke war eine
einzige Kraterlandschaft.
Ich hatte schon einiges von der Welt gesehen und war schon über eine Menge
"Pisten" gefahren, aber so etwas hatte ich bisher noch nicht gesehen. Uns wurde
klar, was Tim gemeint hatte, als er sagte, die Straße würde "ein klein wenig"
schlechter werden.
Ok, wozu hatten wir Geländemaschinen dabei? Wir röhrten
uns durch!
Irgendwann erblickten wir eine "Tankstelle": na ja, ohne Gebäude, einfach ein
Straßenstand mit einem Tisch, auf dem einige PET-Flaschen angeboten wurden, in die man
Benzin gefüllt hatte. Wir hielten an und "begutachteten" die Plastikflaschen.
Unsere Maschinen konnten mal wieder ein bischen Sprit gebrauchen, aber sollten wir das
Zeug wirklich in unsere Tanks füllen?. Der Verkäufer, ein junger Mann, sprach uns nett
und freundlich auf kambodschanisch an. Natürlich verstanden wir kein Wort, das hinderte
uns aber natürlich nicht, ihn ebenso nett und freundlich auf Deutsch zu grüßen und ihm
zu sagen, dass das Wetter heute gut wäre ...
Wir schauten mal genauer hin, um abschätzen zu können, ob das Benzin ok war oder ob sich
Spuren von Verunreinigungen entdecken ließen oder ob es mit Wasser gestreckt wurde.
Früher oder später mußten wir Benzin organisieren. Bis Siem würden wir es mit dem Rest
in den Tanks nicht schaffen. Allerdings wollten wir aber auch keinen "Fusel"
tanken, der unsere Motoren zum Streik veranlassen würde. Hier irgendwo mitten auf dem
Land ohne "normale" Versorgungsmöglichkeiten mit einem Motorschaden zu stehen
war schon eine Vorstellung, die uns nicht gerade gefiel.
Ok, dachten wir, tanken wir ein paar Liter, in der Hoffnung, dass der noch verbliebene
Sprit durchgemischt mit dem neuen noch ein einigermaßen brennbarer Cocktail für die
Maschine blieb. Es ging jedoch alles gut und bei unseren nächsten Tankstops bei den
"PET-Shops" griffen wir ohne Hemmungen zu.
Zumeist bekamen wir dort auch Wasser, jeder Tankstop war somit auch eine schöne
Gelegenheit, den Staub der Straße, in den man zwangsläufig eingehüllt wird,
provisorisch abzuwaschen und man fühlte sich hinterher deutlich wohler.
Die Nacht brach herein und wir waren immer noch nicht da. Wir fuhren nun sehr langsam, da
die Scheinwerfer der Enduros die "Straße" nun nicht gerade mit Flutlicht
überzog und die Schlaglöcher erst kurz vor den Maschinen erkennbar waren. In der Ferne
tauchte dann Licht auf. Endlich, dachten wir, wären wir da. Die Lichter stammten aber nur
von einem Lager von Straßenbauarbeitern, die am Rande der Piste ihre Zelte aufgeschlagen
hatten.
Der Straßenbelag wurde aber fortan deutlich besser und nach einer weiteren halben Stunde
hatten wir Siem Reap erreicht. |