Sambor Prei Kuk
Hoffentlich habe ich jetzt keinen Namen verwechselt.
Auf der Rückfahrt nach Phnom Penh wollten wir noch den nördlich von Kompong Thom
gelegenen Tempelbereich besuchen. Laut unseres Reiseführers sollte es der Sambor Prei Kuk
sein.
Nichts desto trotz, wir haben zumindest einen Tempelbezirk gefunden. Ob es nun der Sambor
Prei Kuk war, lasse ich einmal dahin gestellt sein. War allerdings nicht ganz einfach,
dorthin zu gelangen. Kartenmaterial hatten wir nicht zur Verfügung. Wir bogen einfach in
Kompong Thom in eine ziemlich Breite Straße ab, die nach Norden führte. Die Orientierung
war nicht einfach. Schilder fehlen gänzlich und die Leute, die wir unterwegs trafen und
ansprachen haben kein Wort verstanden und wußten überhaupt nicht, was wir von ihnen
wollten.
Irgendwann stoppten wir und hielten
"Kriegsrat": auf Kilometer hinaus konnten wir vor uns das Land überblicken,
allein es fehlte jedes Zeichen einer Bebauung oder einer Erhebung, also irgend etwas, was
einen Tempel vermuten lassen könnte. Wir beschlossen, bis zu einer Hochzeitsgesellschaft
zurück zu fahren, an der wir vor ein paar Kilometern vorbei gekommen waren.
Die Hochzeitsfeiern in Kambodscha sind schon recht bemerkenswert: die Verwandten und
Freunde des Paares treffen sich in einem Restaurant o.ä., feiern und unterhalten sich -
und das begleitet von ohrenbetäubender Musik, die per Lautsprecheranlage mit ziemlich
viel Dröhnen produziert wird. Der "DJ" gibt alles, was die Boxen hergeben!
Nun ja, wir hielten bei der Gesellschaft an, natürlich nicht ohne entsprechendes Aufsehen
zu erregen. Es fand sich unter den Leuten glücklicherweise ein junger Mann, der Englisch
sprach. Er konnte uns weiterhelfen.
Wir hätten auf dem Weg rechts abbiegen müssen. Nun
folgten wir der Straße und kamen in ein Waldgebiet hinein. Unvermittelt standen wir vor
ein paar Baracken. Unser Kommen war für einige uniformierte Polizisten das abrupte Ende
ihres Mittagsschläfchens. Einer von ihnen, der ein paar Brocken Englisch sprach,
begleitete uns dann durch die Anlage und führte uns zu den einzelnen Ruinen.
Gut, wer Angkor kennt, wird von den übrig gebliebenen Bauten hier nicht sonderlich
beeindruckt sein. Der Besuch hatte sich dennoch gelohnt: die Anlage ist noch sehr
"ursprünglich" und nicht so "klinisch rein" restauriert, wie es die
meisten Anlagen in Angkor sind. Von daher waren wir sehr zufrieden und gaben unserem
Begleiter für seine Führung 5 Dollar, über die er sich sichtlich gefreut hatte.

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Am Rande der Anlage nur ein paar Meter von den Baracken
entfernt fanden wir dann noch ein Tempelgebäude, das komplett von einer Würgefeige
umklammert war. Da wir sowieso eine kleine "Siesta" einlegen wollten, blieben
wir gleich da, genossen die Sonne und fuhren dann zurück nach Kompong Thom. |