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Von Kairo nach Siwa,
Februar 2002
Diesmal ging es allein los. Marcus, mit dem ich sonst meine
Touren mache, konnte es zeitlich nicht einrichten. Ich wollte allerdings auf jeden Fall
los und so habe ich im Internet ein Flugticket gekauft und bin losgeflogen.
Ankunft in Kairo
Die Einreise am alten Flughafen ist wie immer problemlos: am Schalter ein Visum gekauft,
Geld gewechselt (die Schalter hatten auch noch um 22:00 Uhr geöffnet) und dann zum
Ausgang gegangen. Vor der Absperrung erwartet einen eine ganze "Horde" von
"Abschleppern", die einem Touren, Taxis und/oder Hotelzimmer vermitteln wollen.
Ok, stets lächeln und "Danke, nein" oder "Nein, Danke"-sagend
hab´ich mich durch das Gedränge gewurschtelt und versucht, alle hinter mir zu lassen.
Eigentlich wollte ich gern noch einen Bus nach Alexandria erwischen, die sind allerdings
schon weg und so gehe ich zum Bushäuschen am Parkplatz und warte auf den nächsen Bus,
der mich ins Zentrum bringt. Zu Fuß gehe ich dann bis zum Hotel Minerva, checke kurz ein
und mache dann noch einen Zug durch das Gewühl der Straßen. Es ist zwar schon nach 23:00
Uhr, die Straßen sind jedoch noch voll mit Menschen, die einkaufen oder wie ich einfach
nur herum laufen. Es ist noch angenehm warm und ich genieße es in eine andere Welt
"einzutauchen".
Alexandria
Kam morgens nicht aus den Puschen. Hab´schließlich auch Urlaub, dachte ich mir und so
kam ich recht spät zum Bahnhof. Allerdings noch gerade rechtzeitig um den Zug nach
Alexandria zu erwischen. Es blieb dafür keine Zeit, vorher noch ein Ticket zu kaufen. Ein
paar Leute am Zug gaben mir jedoch zu verstehen, dass das kein Problem wäre. Gut, die
Aussicht, sich an überfüllten Schaltern anzustellen und mit Händen und Füßen nicht
englisch-sprechenden Mitarbeitern verständlich machen zu müssen, dass man ein Ticket
für einen bestimmten Zug braucht, ist auch nicht gerade berauschend. Schlimmstenfalls
müßte ich ein paar Euro mehr bezahlen, damit könnte ich aber leben.
Ein freundlicher Schaffner hat mir dann während der Fahrt zum normalen Preis ein Ticket
verkauft. Die Fahrt mit dem Schnellzug hat nichts spektakuläres, wenn man vom Anblick von
sehr viel Schmutz und Unrat absieht, den man während der Fahrt durch Wohngegenden sieht.
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Kaum zu
verstehen, dass man in diesem Schmutz leben möchte. Ein bischen Sauberkeit ist
schließlich keine Frage, ob man "arm" oder "reich" ist. Nachdem ich
in einem Hotel im Zentrum eingecheckt hatte, machte ich die erste Tour durch die Stadt.
Zunächst bin ich zur Marcus-Kathedrale gelaufen. |
Das der Eingang
über eine Seitenstraße zu erreichen ist, wußte ich. Dennoch ließen es sich ein paar
junge Leute nicht nehmen, mir den Weg zu zeigen und mich bis zur Kirche zu begleiten.
Man kann sich in diesem Bereich frei bewegen und sich in Ruhe alles ansehen. Einige
Polizisten am Eingang machten einem aber doch deutlich, dass die pol. Situation nicht
"normal" war. |
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Von der Marcus
Kathedrale ging ich bis zum römischen Theater, dass nicht weit entfernt ist und legte
eine kurze "Mittagssiesta" ein. Dort die erste "Überraschung": ein
weiterer Touri! Nach den Anschlägen von New York schienen nur wenige Touristen Ägypten
besuchen zu wollen, das sollte sich auch im weiteren Verlauf der Tour zeigen. |
Ich habe auch gestern in Kairo
keinen einzigen gesehen (mein Hotel lag allerdings auch abseits der üblichen
Touristenwege). Wir kamen ins Gespräch und tauschten Infos aus.
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| Ich bin dann weiter, Richtung
Hauptbahnhof und dem südlich davon gelegenen Markt gegangen. Ein buntes und sehr
interessantes Treiben dort. Hinsichtlich Fotografieren war es ein geteiltes Echo. Eine
Reihe von Leuten haben mich direkt angesprochen, ob ich nicht ein Foto von ihnen machen
möchte. Andere guckten mich schon wohl deswegen "finster" an, weil ich eine
Fototasche umgehängt hatte. |
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Ich wollte unbedingt dann
auch eine Fahrt mit der Tram bis zur Pompejus Säule. Bin natürlich prompt in die falsche
Linie eingestiegen. War aber lustig: da nicht allzu viele Touris in der Bahn mitfahren,
war ich für die Mitfahrenden natürlich eine "Attraktion" und so kam ich mit
einigen ins Gespräch.
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| Na ja, was heißt Gespräch?
die älteren Leute sprachen kein englisch, ich hatte aber vorsorglich ein paar
Anschtskarten eingesteckt: schöne Winteraufnahmen mit Schnee, die natürlich ein großes
Interesse auslösten. Freundlich lächelnd habe ich dann mit Händen und Füßen ein
bischen was dazu auf deutsch erzählt. Hat zwar keiner verstanden, aber es hat ihnen
gefallen. |
| Ich bin die Strecke dann zu Fuß
zurück gelaufen, da der Job als "Erzähler" auf Dauer doh recht anstrengend
ist. Auf dem Weg zur Säule kommt man noch an interessanten Märkten vorbei. Die Säulen
selbst sind nicht so waaaahnsinnig interessant, aber wenn man schon mal in der Ecke ist,
sollte man doch einen Blick drauf werfen. |
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Von dort aus ist es auch nicht
mehr weit bis zu den Katakomben. Den Weg dorthin habe ich mir bei den Leuten unterwegs
"durchgefragt": habe versucht, "normalwirkende" Menschen mit dem
Schlagwort "Kom el Schufaka" anzusprechen und dabei in die von mir vermutete
Richtung gedeutet. |
| Ein Besuch der Katakomben ist
sehr lohnenswert, weniger wegen der Gräber, das sind lediglich in den Fels getriebene
Aushöhlungen, der innen gelegene Tempel ist allerdings sehr sehenswert. |
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