Marokko - Tour Oktober 2003
 
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Busfahrten sind schön

Der Bus ist eng. Ok, genauer: die Sitzbank zum Vordermann stößt direkt an mein Knie (natürlich nicht umgekehrt). Die Sitzgröße erinnert mich dabei irgendwie an eine eingelaufene Version der Touristenklasse im Airbus und ich denke mir: Busfahrten sind schön. Zu allem übel regnet es mal wieder und die Gummidichtung des Fensters leckt. Habe ich natürlich erst bemerkt, nachdem das Wasser den Ärmel meines Sweatshirts durchgeweicht hat.
Merke: Busfahrten an kalten und regnerischen Oktobertagen gehören nicht zu den schönsten Erlebnissen einer Marokkotour!

Man mag mich nun für ein „Weichei“ halten, aber Zugfahrten sind wesentlich angenehmer, wenngleich sie auch ein bischen teurer sind. Dafür hat man wesentlich mehr Platz, weniger Schunkeln und Schaukeln und kann sich zudem noch bewegen. Die Ticketschalter findet man am Bahnhof, geöffnet sind sie bis zum späten Abend (während des Rammadan). Die Leute sind dabei freundlich und hilfsbereit, zumindest waren sie es uns gegenüber. Im Vergleich zu Busfahrten ist es also die bessere Alternative. Zur Ehrenrettung der Busse sei gesagt, dass die meisten Busbahnhöfe auch recht zentral liegen und erreichbar sind. Neben dem eigenen Ticket muss man für sein Gepäck extra zahlen, wobei hier kein „fester“ Preis zu existieren scheint. Wir haben im Schnitt 5 Dh für unseren Rucksack bezahlt. Die Stauräume der Busse sind zumeist nicht gerade sauber (um es mal so zu formulieren). Es kann also durchaus passieren, dass nach einer Busfahrt zumindest eine Teilreinigung den geplanten Tagesablauf unterbricht. Man hat eine gute Chance, sich die Klamotten zu versauen, wenn man sich den Ruckie ungesehen umschnallt.

Grundsätzlich sollte man vor Antritt der Fahrt sowieso daneben stehen, wenn der Rucksack verstaut wird (damit er auch wirklich mit auf die Reise geht und nicht irgendwo in einer Ecke auf einen neuen Besitzer wartet – alles schon passiert!), von daher kann man auch gleich darauf achten, dass er einigermaßen untergebracht wird.

Man kann sich unterwegs, auch schon vor der Endstation aussetzen lassen. Das setzt aber voraus, dass man weiß, wo man ist und wo man hin möchte. Soviel also zur Theorie. Die Möglichkeit, vorher auszusteigen oder auf der Fahrt zuzusteigen, sorgt meist auch dafür, dass die Busse recht lange bis zum Ziel brauchen, da viele Einheimische von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Also immer wieder anhalten, einpacken/auspacken, anfahren, etc.. Entgegen den Informationen in unserem Reiseführer hatten auf unserer Tour alle Busse mindestens 1 oder 2 Stunden längere Fahrtzeit als angegeben war.