Busfahrten sind schön
Der Bus ist eng. Ok, genauer: die Sitzbank zum Vordermann stößt direkt
an mein Knie (natürlich nicht umgekehrt). Die Sitzgröße erinnert mich
dabei irgendwie an eine eingelaufene Version der Touristenklasse im
Airbus und ich denke mir: Busfahrten sind schön. Zu allem übel regnet es
mal wieder und die Gummidichtung des Fensters leckt. Habe ich natürlich
erst bemerkt, nachdem das Wasser den Ärmel meines Sweatshirts
durchgeweicht hat.
Merke: Busfahrten an kalten und regnerischen Oktobertagen gehören nicht
zu den schönsten Erlebnissen einer Marokkotour!
Man mag mich nun für ein „Weichei“ halten, aber Zugfahrten sind
wesentlich angenehmer, wenngleich sie auch ein bischen teurer sind.
Dafür hat man wesentlich mehr Platz, weniger Schunkeln und Schaukeln und
kann sich zudem noch bewegen. Die Ticketschalter findet man am Bahnhof,
geöffnet sind sie bis zum späten Abend (während des Rammadan). Die Leute
sind dabei freundlich und hilfsbereit, zumindest waren sie es uns
gegenüber. Im Vergleich zu Busfahrten ist es also die bessere
Alternative. Zur Ehrenrettung der Busse sei gesagt, dass die meisten
Busbahnhöfe auch recht zentral liegen und erreichbar sind. Neben dem
eigenen Ticket muss man für sein Gepäck extra zahlen, wobei hier kein
„fester“ Preis zu existieren scheint. Wir haben im Schnitt 5 Dh für
unseren Rucksack bezahlt. Die Stauräume der Busse sind zumeist nicht
gerade sauber (um es mal so zu formulieren). Es kann also durchaus
passieren, dass nach einer Busfahrt zumindest eine Teilreinigung den
geplanten Tagesablauf unterbricht. Man hat eine gute Chance, sich die
Klamotten zu versauen, wenn man sich den Ruckie ungesehen umschnallt.
Grundsätzlich sollte man vor Antritt der Fahrt sowieso daneben stehen,
wenn der Rucksack verstaut wird (damit er auch wirklich mit auf die
Reise geht und nicht irgendwo in einer Ecke auf einen neuen Besitzer
wartet – alles schon passiert!), von daher kann man auch gleich darauf
achten, dass er einigermaßen untergebracht wird.
Man kann sich unterwegs, auch schon vor der Endstation aussetzen lassen.
Das setzt aber voraus, dass man weiß, wo man ist und wo man hin möchte.
Soviel also zur Theorie. Die Möglichkeit, vorher auszusteigen oder auf
der Fahrt zuzusteigen, sorgt meist auch dafür, dass die Busse recht
lange bis zum Ziel brauchen, da viele Einheimische von dieser
Möglichkeit Gebrauch machen. Also immer wieder anhalten,
einpacken/auspacken, anfahren, etc.. Entgegen den Informationen in
unserem Reiseführer hatten auf unserer Tour alle Busse mindestens 1 oder
2 Stunden längere Fahrtzeit als angegeben war.
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