Orientierung im Suq – quo
vadis?
Die theoretischen Grundlagen wurden einem ja schon während des
Geographie-Studiums vermittelt: kleinräumige und verschachtelte
Strukturen orientalischer Städte nach Bähr (so hieß der schlaue Mann,
der das Standardwerk eines jeden Geographen geschrieben hat).
Bei einem realen Besuch eines größeren Suqs hilft die Theorie allerdings
nicht viel weiter. Bei einem Gang durch den Suq beispielsweise in
Marrakech ist es nicht leicht, die Orientierung zu behalten,
insbesondere bei einem bewölkten Himmel, wenn man sich nicht mal nach
der Sonne orientieren kann. Straßenschilder in dem engen Gewirr? –
Fehlanzeige. Das beste ist, man lässt sich treiben und lässt sich
überraschen, wo man raus kommt.
Wir haben einige Male die Orientierung verloren, aber so „sauber“, dass
wir nicht mal mehr die Himmelsrichtungen erahnen konnten. Hilfreich wäre
hierbei ein einfacher Kompass gewesen, so dass man wenigstens noch hätte
herausfinden können, welche Richtung man eingeschlagen hatte (hatten wir
aber natürlich nicht mitgenommen), und ein GPS-Handgerät (das hatten wir
zum Glück dabei). Letzteres kann man in den engen Gassen jedoch häufig
vergessen: man bekommt keinen Empfang. Nur ab und zu auf Plätzen und
breiteren Straßen bekommt man Kontakt zu Satelliten, kann dann aber den
elektronischen Kompass verwenden und seine Position bestimmen. Jetzt
muss man nur noch vorher daran gedacht haben, an einem markanten Punkt
(Hotel, Cafe, etc.) die Position erfasst zu haben, an der man sich
orientieren kann…
Also: GPS ist eine schöne Sache, wenn man denn Empfang hat. Nur dank des
mitgenommenen Gerätes hatten wir in Fes eine Chance, die
Aussichtsplattform im Gerberviertel zu erreichen (ein Guide hätte uns
für 1 Euro allerdings auch dorthin geführt, allerdings Guides wird man
schlecht wieder los...). Im Reiseführer waren einige Wegbeschreibungen
und Sehenswürdigkeiten beschrieben, zu denen die zugehörigen Koordinaten
mit eingetragen waren. Ohne diese Daten/GPS-Gerät hat man häufig keine
Chance, die Orte zu finden.
|
|