Douz
Gunter zog es zum Campingplatz, Marcus und ich gingen auf
Hotelsuche. Wir schauten uns zunächst das Essada an. Na ja, fiel eher in die Kategorie
"Hasenstall" mit Flurdusche und Flur-WC. Nun ja, was will man auch für 5 TD
erwarten? Man bot uns an, die Mopeds in der Garage zu parken. Allein, um dort hinein zu
kommen, hätten wir aber 3 sehr hohe Stufen hinauf gemußt. Mit hochfahren war nix, da man
im Notfall mit den Füßen keinen Boden mehr gefunden hätte und schieben war eigentlich
aufgrund der Treppenhöhe auch nicht drin. Wir schauten uns deshalb erstmal weiter um. Im
Hotel 20 Mars wurden wir fündig: das neu renovierte Hotel hatte schöne Zimmer, einen
netten Innenhof, in dem wir die Bikes parken konnten, und das zu einem guten Preis: DZ mit
Bad/WC und Frühstück zu 20 TD. Es sollte für die nächsten Tage unser
"Basislager" werden. Ein Internetcafe ist nur ein paar Schritte entfernt.
Am nächsten Morgen hieß es erstmal ausschlafen, nach dem Frühstück dann zum Frisör
gegangen (3 TD pro Nase), um 11 haben wir uns dann mit Gunter getroffen, mit dem wir heute
eine Tour durch die Gegend machen wollten. Nachdem wir getankt und den Reifendruck
kontrolliert hatten, ging es Richtung Südwesten. Gunter war schon mal hier und wollte uns
zu einer Stelle führen, an der man sich an Offroadfahren erst mal wieder gewöhnen
konnte.
Nachdem wir die Palmengärten hinter uns gelassen hatten, erreichten wir nach rd. 20 Km
offenes Gelände. Nachdem wir Luft abgelassen hatten, ging es dann los. Erst mal auf
festerem Boden wieder ein bischen hin und her bracken, Kurvenfahrten üben und mal
schauen, wie es denn mit dem Driften so klappte. Ging nach einer kurzen Eingewöhnung
schon ganz gut. Also schon auch mal ausprobiert, wie es in den weichsandigeren Stellen so
ging. Nun ja, meistens auch schon ganz gut, mal von den Stellen abgesehen, an denen wir
uns prompt eingegraben hatten. Wir wollten uns halt nur vergewissern, dass Geschwindigkeit
eben doch die halbe Miete ist ...
Ein paar kleine Videos
dazu
Video 1
Video 2
Video 3
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Wir fuhren dann Richtung Norden weiter duch mehr oder weniger
versandetes Gelände. War zwar nicht immer einfach, aufrecht auf der Kiste zu bleiben, es
hat aber vor allen Dingen Spaß gemacht, sich durch den Sand zu wühlen und schon mal die
ersten kleineren Dünen zu nehmen - naja, oder sich dort mal wieder einzusanden, oder
umzufallen, manchmal auch beides ...
Nach einiger Zeit kamen wir zu einer größeren Düne, die von links nach rechts ziehend
immer höher wurde. Ok, wenig heldenhaft haben wir uns erstmal mit dem niedrigeren linken
Teil beschäftigt. Das klappte erst soweit auch ganz gut, bis wir feststellten, dass oben
nach dem Aufstieg eine Reihe von Stellen mit Weichsand waren, in denen man sich wunderbar
festfahren konnte. Letzteres mußten wir natürlich auch umgehend ausprobieren. Dann hieß
es wieder, die Kisten aus dem Sand bzw. Staub heraus zu heben. Bei den Temperaturen, die
mittlerweile herrschten, eine äußerst schweißtreibende Angelegenheit. Zumal unsere
Kisten nun auch nicht zu den "Leichtfüsslern" gehören. Kommt natürlich noch
hinzu, dass man dann auch feststellt, dass man zunächst nur die Federung nach oben zieht,
das Rad bewegt sich dabei noch keinen Zentimeter aus dem Sand heraus. Hört sich zwar
jetzt ein bischen nach jammern an, letztendlich gehört das aber zu Offroadfahren dazu und
ich möchte wetten, dass jeder, der mit seiner Kiste irgendwann mal ins Gelände gegangen
ist, diese Erfahrung auch gemacht hat. Also alles "ganz normal" und
"dramatisch" war das ganze auch nicht. Schließlich möchte man ja auch was
erleben.
Wir schauten uns noch weiter die Gegend an, sahen zu, dass wir mit den Mopeds fuhren und
nicht umgekehrt und fuhren gegen Abend dann nach Douz zurück.
Am nächsten Tag stand die "Brunnentour" auf dem Programm. Gunter hatte noch
eine Wegbeschreibung zu zwei Brunnen südwestlich von Douz, die in unserem 98er
Reise-Know-How nicht enhalten war. Wir hatten zwar keine GPS Koordinaten für die Tour,
wollten aber dennoch mal schauen, ob wir nicht zumindest den ersten Brunnen finden
könnten.
Zunächst war aber noch Marktbesuch angesagt. Donnerstags ist Markttag. Wir haben einen
Bummel gemacht. Ok, so pralle ist der Markt nun nicht, da habe ich schon ganz andere
gesehen, aber er war "ganz nett". Interessanter ist da schon der Viehmarkt in
der Nähe des Campingplatzes, nun ja, die dort gehandelten Tiere würden dies ganz anders
sehen. Zahlreiche Ziegen und Esel werden dort von den Einheimischen angeboten und wir
blieben dort längere Zeit, um alles zu beobachten. Fotografieren bzw. filmen war im
übrigen kein Problem, was in muslimisch geprägten Ländern nun ja nicht immer
selbstverständlich ist.
Video Viehmarkt in Douz
Video 1
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Nach dem Marktbesuch brachen wir auf und fuhren zunächst bis El Faouar. Wir sind
natürlich sofort viel zu weit gefahren und mußten ein paar Meter wieder zurück. Wir
kamen zu einem Kilometerstein (Faouar 5Km), gleich danach sind wir rechts in südliche
Richtung auf eine kleine Piste abgebogen (N3322734, E00837479). Diese ist zunächst noch
sehr einfach zu befahren. Zunehmend trifft man dann auf Sandbereiche. Bei N3321085,
E00836811 haben wir einen Umfaller als Anlass für eine kurze Pause genutzt. Wir kamen
dann an einem Wassertümpel bei N3319689, E00835239 vorbei und fuhren anschließend durch
ein Schott bei N3316049, E0083371, das sich aber sehr einfach durchqueren ließ. Den
ersten Brunnen erreichten wir bei N3313855, E00833228. Dort legten wir eine weitere Pause
ein und ließen unsere Füße im Wasser abkühlen.
Zusammen mit Gunter fuhr ich noch die 6 Km bis zu einem Dünengebiet (N3311105,
E00833841). Die Fahrt dorthin war überwiegend unkompliziert, bis auf das letzte Schott.
Die tiefe Furche, die ein Fahrzeug dort gezogen hatte, warnte uns, dass es unter der
trockenen Oberfläche noch ziemlich feucht war. Mit röhrender Maschine bahnte sich meine
BMW einen Weg durch das Schott und ich dachte nur, viel tiefer darf sich die Kiste nicht
in den Untergrund reindrücken, sonst hab´ich ein "klitzekleines" Problem.
Es ging aber gut, weder Gunter mit seiner Twin noch ich haben uns bei dem
Teilstück festgefahren. Das sollte sich bei den Dünen natürlich sehr schnell wieder
ändern. Nachdem wir die Kisten einige Male wieder freigehoben hatten und alle Fotos im
Kasten waren, fuhren wir wieder zurück zum Brunnen.
Videos Dünenausflug
Video 1
Video 2
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Von dort ging es die 23 Km zurück zur Straße, wo wir erst
mal wieder Luft auf die Reifen pumpten.
Insgesamt eine sehr schöne Tour zum Fahren, ok mit einigen Umfallern dabei, aber da kamen
wir eben nicht drumrum. Uns bzw. den Kisten ist aber nichts weiter passiert.
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